Kuba – hilfreiche Tipps zum Traumreiseziel in der Karibik

Kuba – Zigarren, Oldtimer, karibische Rhythmen. Die Insel in der Karibik wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die vielen Facetten dieses Landes locken Abenteuerlustige aus der ganzen Welt. Tolle Strände und Cuba Libre sind aber nicht die einzigen Gründe, diesem kommunistischen Land einen Besuch abzustatten. Aufbruch, Hoffnung, Lebensfreude – das macht diese Insel sehr charismatisch.

Wo aber anfangen, wenn man zu allem bereit und zu nichts fähig ist? Wenn man sehr wenig Erfahrung mit einer Reise jenseits des Pauschaltourismus hat? Geht das überhaupt? Wo muss man aufpassen? Was beachten? Seinerzeit hat die Vorbereitung viel Recherche gedauert – darum findet ihr hier konzentriert alles, was wir euch an Erfahrungen und Tipps vor einer Kuba-Reise geben können:

Wo liegt Kuba überhaupt?
Klima auf Kuba
Welche Sprache spricht man auf Kuba?
Apropos Geld – wie zahle ich meine Cocktails?
Wie plane ich eine Reise nach Kuba und was benötige ich?
Kuba – Impfungen notwendig?
Klug Flug buchen
Wo übernachtet man am besten auf Kuba?
Warum Casa Particular? Warum denn nicht einfach ein Hotel?
Wie komme ich von A nach B?
Was ist denn eigentlich mit Sicherheit auf Kuba?

Wo liegt Kuba überhaupt?

Kuba, ca 110.000 km² Dschungel, Strand, Städte mit Gründerzeiten-Flair und Wasser. Der Inselstaat liegt in der Karibik und gehört zu den Großen Antillen. Nördlich wird Kuba vom Atlantik und im Süden vom Karibischen Meer umspült. Havanna, Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt der Insel, liegt im westlichen Drittel an der Nordküste.

Kuba liegt etwa 170 km südlich von Florida entfernt. Die Insel ist etwa 1200 km lang – so verbringt man viel Zeit im Mietwagen, Taxi, wahlweise im Viazul Bus, wenn man etwas vom Land sehen will. Vor allem, weil die Straßen zu einem entspannteren Fahren zwingen (der Begriff „Straße“ dient im weiteren Verlauf unserer Erfahrungen als euphemistische Beschreibung eines Pfades, welcher teilweise von Autos befahren werden kann und gibt nicht den tatsächlichen Begriff wieder, den wir hierzulande als „Straße“ kennen).

Unter Palmen in der Karibik
Karibisches Flair entsteht auf Kuba besonders unter malerischen Palmen

Klima auf Kuba

Das Klima ist tropisch. Während in Deutschland Sommer (zumindest theoretisch) und Winter herrschen, wird auf Kuba zwischen Trockenzeit und Regenzeit unterschieden. Die Trockenzeit reicht von November bis April, die Regenzeit herrscht von Mai bis Oktober.  Die Trockenzeit zeichnet sich durch gemäßigtere Temperaturen und weniger Niederschlag aus – was nicht bedeutet, dass in dieser Zeit kein Tropfen Regen fallen kann. In der Regenzeit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es regnet. Außerdem ist es heißer. In Kombination mit der Luftfeuchtigkeit ergibt sich ein tropischer Cocktail, der den Konsum von Alkohol teilweise überflüssig macht für sensible Gemüter. Zudem ist die Gefahr für Hurricanes in der Regenzeit höher. Zwischen Juni und November können Hurricanes auftreten. Die Monate September und Oktober sind am gefährdetsten für tropische Stürme.

Sturm am Strand Varadero
Ja, auch in der Trockenzeit gibt es keine Schönwetter-Garantie

Welche Sprache spricht man auf Kuba?

Spanisch ist natürlich Amtssprache Nummer 1. Das kubanische Spanisch unterscheidet sich ein wenig vom europäischen Spanisch, jedoch versteht man Kubaner in der Regel recht gut. Doch auch mit Englisch und teilweise Deutsch kann man sich verständigen. Besonders in touristischen Ballungszentren wie Trinidad und Havanna gibt es meist zwei- bis dreisprachige Speisekarten und man kann sich verständigen. Je weiter man in den Osten der Insel vordringt, desto mehr nehmen die Englischkenntnisse ab. Das endete dann schon mal in einer quasi pantomimischen Führung durch den Humboldt National Park mit einem Kubaner Original methusalemischem Alters. Der Genuss kubanischer Schokolade und Cucurucho verlieh dem Tag das kubanische Flair, das wir so ersehnt hatten.

Apropos Geld – wie zahle ich meine Cocktails?

Währung auf Kuba – ein Thema, mit dem man sich vorher auf jeden Fall auseinandersetzen sollte. Denn es gibt nicht eine Währung… Kuba hat gleich zwei Währungen. Es gibt den Peso cubano (CUP), den kubanischen Peso also. Und den Peso convertible, kurz CUC. Dieser ist an den US-Dollar mit festem Wechselkurs gebunden. Der Peso cubano dient ausschließlich dazu, subventionierte Waren wie Lebensmittel zu bezahlen. Man läuft als Unwissender schnell Gefahr, beide Währungen zu vertauschen. Die Geldscheine sehen ähnlich aus – doch der Wert ist mitunter nicht der gleiche. 1 CUC entpricht etwa 26 CUP. 

Es ist ratsam, in der Reisekasse neben CUC auch einige CUP dabei zu haben. Trinkgeld oder Lebensmittel lassen sich häufig mit CUP zahlen, so spart man einiges. Gerade Obst am Straßenrand oder nen Snack auf einem Straßenfest in Baracoa sind mit CUP gut bezahlt.

Tipps zur Reisekasse

Ob man seine komplette Reisekasse in bar dabei haben sollte? Davon ist mittlerweile abzuraten. Wir sind quasi ohne einen Cent (30 Euro hatten wir dabei) nach Kuba geflogen. Zwar wurde in zahlreichen Berichten darauf hingewiesen, dass Geld am Automaten abheben fast unmöglich ist – aber mit dem allwissenden Reiseführer von Lonely Planet* hatten wir immer die aktuellen Adressen aller Bankautomaten parat. Wartezeiten waren nicht unbedingt höher als Discount-Kassen-Schlangen zur Rush Hour in Deutschland. Also machbar.

Spätestens hier zahlt sich ein kostenloses Konto mit Kreditkarte aus. Kostenlos Geld im Ausland abheben ist Gold wert und hat uns einen sehr entspannten Urlaub verleben lassen. Bisher die besten Erfahrungen haben wir mit der DKB und Comdirect gemacht.

Wie plane ich eine Reise nach Kuba und was benötige ich?

Zu allererst: Man sollte mindestens drei Wochen einplanen. Das Land ist so groß, dass man sich nur ein gutes Bild verschaffen kann, wenn man Land und Leute an verschiedenen Orten kennenlernt. wir waren 29 Tage dort und es hätten auch noch einige Tage mehr sein können. Für Touristen gibt es eine Touristenkarte, die 30 Tage gültig ist. Man erhält diese normalerweise bei Flugbuchung von der Fluglinie. Für die Touristenkarte ist ein Reisepass mit mindestens 6 Monaten Gültigkeit sowie eine Auslandskrankenversicherung  notwendig. 

Die Touristenkarte kann man in Kuba um weitere 30 Tage verlängern lassen: In jedem Officina de Immigracion (gibt es in jeder größeren Stadt) für 25 CUC.

Kuba ist prädestiniert für einen selbst zusammengestellten Roadtrip. So kann man Flug und Unterkünfte getrennt buchen. In Kuba gibt es ein dichtes Netzwerk an Casa Particulares – das sind privat vermietete Wohnungen oder Zimmer für einen sehr günstigen Preis. In den Ballungszentren wie Havanna zahlt man etwa 25-35 Euro pro Zimmer. 5 Euro pro Person kommen meist noch optional für das Frühstück dazu. Wir haben aber auch in Baracoa für 10 Euro pro Nacht geschlafen. Hier kann man also ganz schön was sparen, wenn man die Preise etwas vergleicht.

Kuba Havanna Häuserfront farbige Häuser
Eines der beliebtesten Motive in Havanna

Kuba – Impfungen notwendig?

Selbstverständlich sollten Grundimpfungen wie Tetanus, Masern und Diphterie vorhanden sein. Das Auswärtige Amt empfiehlt bei einem längeren Aufenthalt neben den Grundimpfungen auch Reiseimpfungen: Hepatitis A, Hepatitis B, Cholera, Typhus und Tollwut. Diese sind zwar teilweise selbst zu zahlen, aber es reist sich einfach sicherer.

Ein brandaktuelles Thema zu meiner Reisezeit war der Zika-Virus und ist es auch aktuell noch. Zahlreiche Städte räucherten Mückenbestände aus den Städten und versuchten somit diesen Virus einzudämmen. Vor den kleinen Mücken kann man sich am besten mit einem Repellent wie No Bite oder Anti Brumm* schützen. Besonders im Dschungel ist das sinnvoll, denn diese Viecher sind tagaktiv. Zwar können wir sagen, dass wir nicht viele Mückenstiche hatte während des Urlaubs (und wir sind üblicherweise ein Mückenbuffet – ehrlich), dennoch kann ein wenig Schutz nicht schaden.

Klug Flug buchen

Als erste Anlaufstelle hat sich für uns mittlerweile Skyscanner etabliert. Hier kann man am besten Preise von Flugreisen und unterschiedlichen Airlines vergleichen. Diverse Flughäfen oder Regionen stehen zur Auswahl, so findet man den günstigsten Kurs. Besonders gefällt  mir hier, dass alles transparent und übersichtlich ist: Flugzeiten, Reisedauer, Airline, Preis – und buchen kann man auch direkt.

2 Tipps für den günstigsten Flug:

1. Wenn ihr nicht an ein bestimmtes Reisedatum gebunden seid, probiert mal im Fenster der Datumseingabe die Option „ganzer Monat“. Im Kalender seht ihr dann Preise für alle verfügbaren Reisetage und könnt euch so das beste Angebot vom Reisezeitraum und Preis zusammenklicken. Z.B. ein Flug mit Air Canada für 578 Euro oder ein Flug mit Air France für 706 Euro. Hier solltet ihr abwägen, ob der günstigste Preis die teilweise sehr lange Reisedauer rechtfertigt. Aber ihr seht, dass man mitunter recht günstig nach Kuba kommt.

2. Wählt als Abflughafen Frankfurt am Main, Düsseldorf oder eine anderen internationalen Flughafen. So spart ihr euch weitere Umstiege, höhere Kosten und längere Reisedauer. Eine Anreise mit dem Zug oder dem eigenen Auto ist anzuraten. Die Flughäfen haben eine optimale Verkehrsanbindung. Und es gibt für Langzeitparker auch kostengünstige Parkplätze mit Shuttleservice zum Flughafen. 

Wo übernachtet man am besten auf Kuba?

Auf Kuba ist es denkbar einfach eine Unterkunft zu finden. Selbst zur Hauptreisezeit findet man direkt am Flughafen Menschen, die Unterkünfte vermitteln oder selbst vermieten. Die sogenannten Casa Particulares sind Privathäuser, in denen man einen Raum oder auch ein kleines Appartment bucht. Meist kann man dort auch direkt frühstücken gegen kleinen Aufpreis und so in den Genuss frischen Guavensaftes oder Ananassaftes kommen. Highlight: Wassermelonensaft!

Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht vorab aus Deutschland. Bei der Recherche nach einer schönen Casa hilft TripAdvisor sehr gut. Meist findet man dort sogar englisch- oder gar deutschsprachige Gastgeber. Uns hat eine Freundin den Kontakt zu Yanila vermittelt. Ihre Casa Cartacuba ist wunderschön und ruhig gelegen. Yanila selbst hat lange Zeit im Bereich Tourismus gearbeitet und kann sehr viel über Land und Leute berichten. 

Netzwerk – das ist auf Kuba alles. Auf der Reise haben wir nur zweimal selbst nach einer Unterkunft Ausschau gehalten. Ansonsten wird man „durchgereicht“. Ein Anruf, ein gekritzelter Zettel mit einer Adresse und einer Telefonnummer – und schon hat man eine Unterkunft am nächsten Reiseziel. Jedoch führt es auch ans Ziel, wenn man einfach beim nächstbesten Haus klingelt und nach einer Casa Particular fragt. Oder spontan bei einer Casa Particular aufschlägt. Selbst wenn die Casa belegt ist – dort kennt man bestimmt jemanden, der jemanden kennt.

Warum Casa Particular? Warum denn nicht einfach ein Hotel?

Die Antwort ist ganz einfach: Ein Hotel ist nicht unbedingt ein Garant für gute Qualität, Sauberkeit und leckeres Essen. Wir haben während meines Aufenthaltes zwei Mal in einem Hotel geschlafen. Bei der nächsten Kuba-Reise werden wir uns zumindest den teureren Aufenthalt sparen, denn das Hotel war zwar einerseits top gelegen, aber es war nicht unbedingt sauber.

Eine Casa Particular sollte man ebenfalls vorziehen, weil diese günstiger sind und man direkt mit Einheimischen in Kontakt kommt.

Der Direktvergleich:

Casa Cartacuba 35 Euro + 5 Euro Frühstück pP

Casa in Varadero 30 Euro + 5 Euro Frühstück pP

Casa in Trinidad 25 Euro + 5 Euro Frühstück pP

Casa in Santiago de Cuba 15 Euro, kein Frühstück, da spontan gefunden

Hotel bei Chivirico Brisas Los Galeones 62 Euro all inclusive

Casa in Baracoa 10 Euro + 5 Euro Frühstück

Hotel Sercotel Club Cayo Guillermo 123 Euro all inclusive

Natürlich kommt noch Verpflegung hinzu, wenn man nicht all inclusive versorgt wird. Aber Kuba hat moderate Preise. Besonders Obst am Straßenrand ist sehr günstig erhältlich.

Wie komme ich von A nach B?

Kuba ist mehr als Havanna und Varadero. Das sei vorweg gesagt. Das Land ist riesig und es gibt viel zu entdecken. Einsame Buchten, malerische Städte, tropische Wasserfälle. Und diese traumhaften Gegenden wollen natürlich erkundet werden. Es gibt auf Kuba verschiedene Möglichkeiten mobil zu sein. Die günstigste Art zu reisen ist der Viazul Bus. Das Netzwerk spannt sich über die ganze Insel, man kann vorab einen Platz buchen und Preise sind unschlagbar günstig. Der Transfer von Havanna ins etwa 300 km entfernte Trinidad kostet beispielsweise 25 US-Dollar. Billiger geht es nicht. Gleichzeitig ist man nicht sonderlich flexibel aufgrund der festen Abfahrzeiten.

Blauer Oldtimer auf Kuba
Die meisten Oldtimer dienen als Taxi – man sollte unbedingt einige Male in diesen alten Schätzchen mitfahren!

Wer flexibler sein möchte, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Hier gibt es zwei Optionen: Man bucht sich einen Fahrer, der einen von A nach B bringt. So hat man meist jemanden an der Hand, der sich sehr gut auskennt und jenseits der Touristenstrecken Empfehlungen aussprechen kann. Und jemanden, der die Landesgepflogenheiten und Gefahren erkennt bzw. Vorbeugen kann. Option Zwei ist ein eigener Mietwagen. Man ist unabhängig, mobil, doch es ist m.E.n. die teuerste Art Kuba zu erkunden. Wir entschieden uns für den Mietwagen, um möglichst unabhängig zu sein.


Hier einige Tipps für alle, die einen Mietwagen buchen wollen: 

  • Bucht einen Wagen nach europäischen Standards, keinen Geely oder andere China-Karre. Sucht eine Mietwagenagentur aus, die gute Bewertungen hat. Ein Geländewagen ist nicht unbedingt notwendig.
  • Fahrt nicht nachts außerhalb von Ortschaften. Der Grund ist erschreckend banal: nachts legen sich häufig Tiere wie Kühe auf die warmen Straßen. Die ohnehin schlecht einsehbaren Straßen werden damit zur Gefahrenzone, ein Wildunfall ist vorprogrammiert.
  • Protokolliert jeden Schaden und beanstandet Mängel so früh wie möglich.
  • Gebt lieber einen Euro mehr aus als hier am falschen Ende zu sparen. Lange Strecken zeigen, dass eine Klimaanlage gar keine so schlechte Erfindung ist.

Was ist denn eigentlich mit Sicherheit auf Kuba?

Kurz: Wir haben uns noch nie in einem Urlaubsland so sicher gefühlt. Lang: Wir haben mehrmals den Test gemacht und sind mit der Spiegelreflexkamera offen herumgelaufen. Obwohl wir sehr aufmerksam die Umgebung beobachtet haben, konnten wir keine offensichtlichen Blicke in Richtung der Ausrüstung verzeichnen. Auch wir selbst haben uns nicht angegangen gefühlt oder offensiv angeflirtet. Das heißt jetzt nicht, dass man seinen Rucksack in der Innenstadt Havannas unbeaufsichtigt liegen lassen sollte. Gesunder Menschenverstand und zwei Geldbörsen (eine offensichtliche mit Kleingeld und eine versteckte mit der Urlaubskasse) schützen auch auf Kuba vor viel Verlust. Auch Wertgegenstände haben sichtbar im Auto nichts verloren. Wer mit etwas Verstand reist und sich nicht in jedes Gespräch verwickeln lässt, der kommt recht sicher durchs Land. 

Cayo Guillermo im Norden Kubas mit weißem Strand
Cayo Guillermo im Norden Kubas lockt mit weißem Strand und stereotypischer Karibik-Optik

Wir hoffen euch einen kleinen Einblick in dieses wundervolle Land gegeben zu haben. In den nächsten Wochen wird noch ein ausführlicher Reisebericht folgen. Ihr habt Fragen? Bitte her damit in den Kommentaren!

 

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