Mit diesen 10 Tricks findest du Lost Places

Wie kann ich Lost Places finden? – diese Frage stellt sich wohl den meisten angehenden Urbexern (Was ist eigentlich Urbex? Klick hier!)

Recherche nach Lost Places ist nicht so schwer, wie man denkt

Nachdem die öffentlich bekannten Lost Places wie die Heilstätten Beelitz oder andere Orte fotografisch erschlossen sind, muss man sich auf die Suche nach “eigenen” Lost Places machen. Man möchte selbst Erfolge feiern und ein Gebiet selbstständig erkunden.

Aber wo anfangen, wenn man keine Anhaltspunkte hat? Die gute Nachricht: Das Internet, das sich ja eigentlich nie durchsetzen sollte, ist voll von Lost Places – wenn man weiß, wie und wo man danach suchen muss. Doch auch offline, in der realen Welt, findet man je nach Region denkbar einfach ein verlassenes Plätzchen. Die folgenden 10 Tipps helfen dir weiter, wenn du bisher ratlos warst:

1. Augen in der Nachbarschaft nach verlassenen Orten offen halten

Wo immer man unterwegs ist, sollte  man mit wachsamem Blick auf seine Umwelt schauen. Manchmal ist es ein verwittertes Firmenschild am Straßenrand oder eine Mauer, die die ersten Zerfallspuren zeigt. Das alles ist kein Garant, um einen Lost Place zu finden – aber kann ein Hinweis sein. Wir sind beispielsweise drei Jahre lang regelmäßig an einem Lost Place vorbei gefahren ohne ihn wahrzunehmen – und es handelte sich um ein Krankenhaus! Man wird betriebsblind für die eigene Region, so dass neu aufkeimende Aufmerksamkeit schon so manches Plätzchen enthüllt hat.

Privathäuser, die verlassen sind, sind oftmals durch wild wachsende Wiese, ungepflegte Gärten und Eingangstore, die längere Zeit nicht geöffnet wurden, erkennbar. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du auch mal abends an dem Haus vorbei fährst und das Haus mehrere Abende observierst. Ist stets das Licht aus? Glückwunsch. “Bekanntere” Lost Places deiner Region tragen darüber hinaus bestimmt schon das eine oder andere Graffitti und zeigen Spuren von Vandalismus. Sei wachsam bei diesen Indizien.

verlassenes Büro mit Parkett und Tisch
Solche spannenden Orte haben wir schon in der Nachbarschaft gefunden

2. Google News hilft beim Finden von Lost Places

Wir haben schon einige Male in den Google News mit richtig platzierten Stichworten Hinweise auf Lost Places gefunden. Suchbegriffe wie “Hotel geschlossen [Stadtname]” sind hier der Anfang. Hat man die ersten Hinweise darauf, dass ein Gebäude geschlossen sein könnte, folgt eine Suche in den allgemeinen Google-Ergebnissen. Ist zu dem gesuchten Gebäude der Vermerk “dauerhaft geschlossen” zu finden, braucht es nur noch Glück, dass das Objekt keinen Wachschutz hat. Es kostet ein wenig Recherche, Fleißarbeit und die Kombination mehrerer Suchbegriffe und eignet sich größtenteils für öffentliche Gebäude. Krankenhäuser oder Fabriken haben wir schon recherchieren können mit dieser Methode.

Nicht selten stolpert man auch ohne gezieltes Suchen über einen aktuellen Bericht wie z.B. diesen hier. Vor dem Abenteuer sollte natürlich recherchiert werden, ob ein Zugang zu den Grundstücken besteht.

3. Hörensagen erfreut das Urbex-Herz

Gerade wenn man regional sucht, kennt man meist jemanden, der jemanden kennt, der einen Lost Place kennt. Am praktischsten ist natürlich, wenn dieser Jemand dann auch den Zutritt zu dem Gelände nennt – oder gar den Besitzer kennt, der einem völlig legal Zutritt zu dem Gebäude verschaffen kann. Das spart Stress und Nerven (wenn man es bequem haben will… *hrhrhr*).

Darunter fällt auch, Zeitzeugen zu z.B. Bunkern, Tunnelsystemen oder stillgelegten Fabriken von früher zu befragen. Oma und Opa sind (nicht nur) in dieser Hinsicht ein Hort des Wissens und können Tipps zu verlassenen Plätzen geben.

4. Google earth – Das Spion-Tool für Lost Place-Hunter

Tatsächlich haben wir schon einige Male einen tollen Lost Place entdeckt, indem wir vorher via Google Earth recherchiert haben. Die Satellitenaufnahmen eignen sich besonders in Waldgebieten oder wenn man weiß, dass IRGENDWO in einer Gegend ein Lost Place sein soll. Zoomt man weit genug in das Bild, fallen nicht selten Hinweise auf Verwitterung auf. Marode Dächer, längere Zeit nicht genutzte Fahrwege, Gehwegplatten mit Unkraut sind nur wenige Beispiele, auf die man achten kann. Natürlich kann man bei dieser Gelegenheit sichten, ob Autos am oder auf dem Gelände parken und wo es mögliche Zugänge gibt. Tipp: Sucht nach Zugängen und Parkmöglichkeiten fernab eines Wohngebietes und setzt euch die Koordinaten als genauen Punkt (an dieser Stelle wird deutlich, wie wichtig die richtige Ausrüstung ist).

5. Internetforen zum Thema Urban Exploring

Selbstverständlich geben nur wenige Urbexer “ihre” Lost Places der Öffentlichkeit preis – das ist völlig legitim und wir begrüßen das. Zum Schutz eines Objektes sollte man einen Lost Place nicht einfach so publizieren. Das zieht automatisch Randalierer und Kabeldiebe an, die sich an einem verlassenen Plätzchen zu schaffen machen und es zerstören. Jedoch gibt es hier und da Foren und Social Media Gruppen, die sich mit den Themen Urbexen, Morbide Gebäude oder auch Geocaching beschäftigen. Netzwerken ist das Stichwort. Je mehr man sich mit der Gruppe auseinandersetzt und beteiligt, desto eher kommt man mit Urbexern ins Gespräch. Auf persönlicher Ebene fällt das Preisgeben einer Location nicht mehr so schwer. Und vielleicht ergibt sich ja eine Kooperation und man zieht in der Gruppe los zu einem verlassenen Plätzchen – siehe auch nächster Tipp.

hocker mit fensterfront im lost place
Stimmungsvolle Orte lassen sich mit etwas Recherche einfangen

6. Lost Places tauschen

Eine Hand wäscht die andere. Auf einer Urbex Tour haben wir schon einige Male andere Fotografen getroffen. Kommt man ins Gespräch, kann man sich über den aktuellen Hot Spot austauschen und auch weitere Adressen in Erfahrung bringen. Nicht zuletzt treibt uns ja der gleiche Wunsch an –  sofern wir nach dem Urbex-Kodex handeln selbstverständlich. Warum also nicht etwas Community-Flair aufkommen lassen?

7. Aufmerksam sein bei You Tube Videos oder Fotos anderer Urbexer

Dieser Tipp liest sich im ersten Moment vermutlich sehr seltsam und nicht praktikabel. Tatsächlich haben schon Gebäude im Hintergrund von Fotos oder eine kurze Sequenz in einem Youtube-Video einen Lost Place enthüllt. Das erfordert einiges an detektivischer Kleinarbeit, lohnt sich aber bei manchen Plätzen sehr. Vor allem gibt es ein befriedigtes Gefühl, wenn die Stalking-Qualitäten so ausgezeichnet sind.

8. Gebiete abfahren, die prädestiniert für Lost Places sind

In einigen Regionen wie dem Harz oder auch dem Ruhrgebiet kann es sich anbieten, einfach mal drauflos zu fahren. Die Augen offen zu halten und auch mal von der Hauptstraße abzubiegen. Dieser Tipp ähnelt Tipp 1 –  aber hat mehr Spontaneität inne. Während das Observieren sich gerade für Plätze im Umkreis des Wohnortes anbietet, findet man Lost Places auf einer Wochenend-Tour spontan und muss sich direkt entschließen, ob der Ort in jeglicher Hinsicht sicher genug zum Betreten ist. Gerade im Harz sind so schon tolle Fotos entstanden.

9. Detektivarbeit analog – verlassene Orte klassisch finden

Wo fand man vor dem Internet Informationen über Gebäude? Stadtarchive liefern Hinweise auf historische Gebäude oder Eingänge zu Bunkern bzw. Tunneln. Auch alte Eisenbahngleise können hier und dort vermerkt sein. Wir selbst haben noch nicht in Stadtarchiven recherchiert, aber schon einige Male von einer erfolgreichen Recherche gehört. Ausprobieren werden wir das auf jeden Fall.

10. Wikipedia – die Quelle allen Wissens

Wikipedia kennt alle Antworten. So auch im Bereich Urbex. Ein ausführliches Verzeichnis von Burgen und Schlössern, alten Fabriken, Wehranlagen, Bunkern etc. ist dort hinterlegt. Die Suche danach ist verhältnismäßig zeitaufwendig, gerade durch Querverweise und weiterer Recherche. Aber sehr ergiebig. Ihr habt Fragen? Dann schreibt uns!

Unsere Tipps für unterwegs gefällig? Einfach die folgende Grafik speichern und gleich loslegen!

10 Tricks um Lost Places zu finden
Mit diesen 10 Tricks ganz easy Lost Places finden

Wie habt ihr bisher eure Lost Places gefunden? Welche Lost Place-Nuss habt ihr noch nicht knacken können? Und wie wart ihr bisher am erfolgreichsten?

Wir sind auf Feedback gespannt!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.